Waldbrände

Waldbrände und Hitzewelle in Südeuropa: Zehntausende Evakuierte in Griechenland, Frankreich und Spanien

Waldbrände in Kreta, Bordeaux und Guadalajara sowie eine Hitzewelle mit Rekordwerten prägen den Sommer 2026 in Südeuropa. Ein Überblick über die aktuelle Lage, Reisehinweise und Stornierungsregeln.

Waldbrände und Hitzewelle in Südeuropa: Zehntausende Evakuierte in Griechenland, Frankreich und Spanien

Hitzewelle und anhaltende Trockenheit haben in den vergangenen Wochen in mehreren südeuropäischen Reiseländern zu schweren Waldbränden geführt. Auf der griechischen Insel Kreta wurde der Küstenort Agia Galini vorsorglich evakuiert, wovon nach griechischen Medienberichten rund 6.000 Urlauberinnen und Urlauber betroffen waren; bei den anschließenden Löscharbeiten kamen mehrere Feuerwehrleute ums Leben. In der Region Bordeaux in Frankreich verbrannten nach Behördenangaben rund 42.000 Hektar Wald- und Buschland, in der Gironde waren kumuliert etwa 224.000 Menschen von Evakuierungen betroffen. In Spanien meldeten die Behörden landesweit rund 300.000 Evakuierte seit Beginn der Sommersaison. Für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die in den kommenden Wochen nach Südeuropa fahren, verändert sich die Lage vielerorts binnen weniger Tage.

Griechenland, Frankreich und Spanien im Überblick

Auf Kreta blieb der Flugbetrieb zuletzt unbeeinträchtigt, während die Küstenwache bei Agios Pavlos 29 Menschen per Boot aus dem Wasser rettete. Auf der Insel Paros brachte die Feuerwehr einen Großbrand unter Kontrolle, nachdem mehrere Ortschaften vorsorglich geräumt worden waren. Westlich von Athen, bei Megara und Psatha, wurden mehr als 250 Menschen per Boot in Sicherheit gebracht; die griechische Tourismusministerin Olga Kefalogianni ließ nach eigenen Angaben 40 Reisebusse zur Evakuierung nach Rethymno schicken.

In Frankreich stufte der zuständige Wetterdienst die Gironde zeitweise auf die höchste Warnstufe Vigilance noire ein, und die Halbinsel Cap Ferret wurde vollständig geräumt. Innenminister Laurent Nuñez erklärte, das Schlimmste liege inzwischen hinter dem Land. Präsident Emmanuel Macron hatte die Brände zuvor als die schwersten seit Ende des Zweiten Weltkriegs bezeichnet, und selbst das Ehepaar George und Amal Clooney musste sein Anwesen im südfranzösischen Brignoles vorübergehend verlassen.

In Spanien senkten die Behörden die landesweite Notstandsstufe von 3 auf 2 von insgesamt 4 möglichen Stufen. In der Provinz Guadalajara zerstörte ein Feuer seit dem 16. Juli mehr als 32.000 Hektar, und ein neuer Großbrand im Nationalpark Arribes del Duero an der Grenze zu Portugal führte zur Evakuierung von zwölf Ortschaften. Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach von „Licht am Ende des Tunnels", nachdem landesweit mindestens ein Todesopfer und rund 300.000 Evakuierte gemeldet worden waren.

Italien, die Türkei und die Hitzewelle im Hintergrund

An der italienischen Adriaküste bei Peschici im Gargano-Gebiet brachten Küstenwache und Finanzpolizei mit sechs Schiffen und rund zehn privaten Booten mehr als 400 Strandbesucher in Sicherheit. Das Auswärtige Amt warnt zudem vor erhöhter Waldbrandgefahr in mehreren türkischen Provinzen, darunter Antalya, Izmir und Muğla, wo kurzfristige Evakuierungen weiterhin möglich sind.

Die Brände folgen auf eine Hitzewelle, die im Juli in weiten Teilen Südeuropas Rekordwerte brachte: Wien meldete mit 41 Grad einen österreichischen Hitzerekord, Madrid und Montpellier lagen an mehreren Tagen bei rund 38 Grad. Die spanische Gesundheitsbehörde zählte allein im Juni mindestens 1.028 hitzebedingte Todesfälle im Land. Die Weltgesundheitsorganisation warnte laut ihrem Europa-Regionaldirektor Hans Kluge vor weiteren Todesfällen in den kommenden Tagen.

Stornierung, Hotlines und was für Reisende jetzt gilt

Eine kostenlose Stornierung bereits gebuchter Pauschalreisen ist laut Verbraucherzentrale NRW allein aus Sorge vor möglichen Bränden nicht automatisch möglich. „Allein aus Sorge über mögliche Brände können gebuchte Reisen nicht kostenlos storniert werden", erklärte Rechtsexpertin Iwona Husemann; maßgeblich sei die konkrete Sicherheitslage am jeweiligen Zielort zum Reisezeitpunkt, nicht die allgemeine Berichterstattung.

Reiseveranstalter reagieren unterschiedlich auf die Lage. Dertour hat für betroffene Gäste eine Sonderhotline eingerichtet (069 9588-4076), Schauinsland-Reisen setzt nach eigenen Angaben auf eine engere Betreuung durch Reiseleiter vor Ort, und Alltours verweist auf einen kontinuierlichen Austausch mit den örtlichen Behörden. TUI teilte mit, bislang keine erhöhte Zahl an Anrufen zu verzeichnen, da die eigenen Gäste derzeit überwiegend in nicht betroffenen Regionen unterwegs seien.

Das Auswärtige Amt aktualisiert seine Reise- und Sicherheitshinweise für die betroffenen Länder fortlaufend; eine formelle Reisewarnung im engeren Sinn – also der ausdrückliche Appell, eine Reise zu unterlassen – gilt bislang für keines der genannten Zielgebiete. Wer in den kommenden Wochen nach Griechenland, Frankreich, Spanien, Italien oder in die Türkei reist, findet die jeweils aktuellen Hinweise auf der Website des Ministeriums. Eine Registrierung im Krisenvorsorgesystem Elefand ermöglicht es den deutschen Auslandsvertretungen zudem, betroffene Reisende im Ernstfall gezielt zu kontaktieren.