Die albanische Riviera galt lange als letztes Geheimnis am Mittelmeer: türkises Wasser wie in der Karibik, Preise wie vor zwanzig Jahren, kaum Touristen. Doch der Geheimtipp spricht sich herum. Ich war an der Südküste, um zu sehen, was noch vom ursprünglichen Reiz übrig ist – und ob sich die Reise noch lohnt.
Die Strände der Riviera
Zwischen Vlora und Saranda zieht sich die Küste mit Buchten wie Dhërmi, Jale und Gjipe. Das Wasser ist klar und warm, die Berge fallen steil ins Meer. Gjipe, nur zu Fuß oder per Boot erreichbar, ist noch ursprünglich. Andere Strände dagegen füllen sich im Hochsommer zunehmend mit Liegen und Bars.
Der Llogara-Pass
Die Anreise über den Llogara-Pass ist spektakulär: Die Straße windet sich von über tausend Metern Höhe in Serpentinen zur Küste hinab, mit grandiosem Blick aufs Ionische Meer. Hier oben ist es kühl und bewaldet – ein Gegensatz zur mediterranen Küste darunter.
Was man wissen sollte
- Infrastruktur im Aufbau: Manche Straßen sind schlecht, Bankautomaten rar. Bargeld in Lek und etwas Geduld helfen.
- Nebensaison wählen: Im Juni oder September sind die Strände leerer und das Klima angenehmer als im überfüllten August.
- Gastfreundschaft: Die Albaner sind herzlich und hilfsbereit, Englisch sprechen vor allem Jüngere.
Mehr als nur Strand
Die Hafenstadt Saranda dient als Basis, und von dort ist es nicht weit zur antiken Ruinenstätte Butrint, einem UNESCO-Welterbe mit Resten aus griechischer, römischer und venezianischer Zeit. Kultur und Strand liegen nah beieinander.
Albaniens Küste ist kein unentdecktes Paradies mehr, aber noch immer günstiger und ursprünglicher als Kroatien oder Griechenland. Wer abseits des August und der überlaufenen Hauptstrände reist, findet noch viel vom alten Charme – aber das Fenster schließt sich.