Die Algarve kennt jeder als Sommerziel mit überfüllten Stränden und vollen Promenaden. Im November ist davon nichts übrig. Die Sonne scheint noch verlässlich, das Meer ist rau genug zum Surfen, und die berühmten goldenen Klippen gehören wieder den Spaziergängern. Es ist die ehrlichere Algarve.
Sagres: Wind, Wellen, Weite
Am südwestlichsten Zipfel Europas, rund um Sagres, treffen Atlantik und Festland aufeinander. Im Spätherbst kommen die Surfer, weil die Wellen verlässlich rollen und das Wasser noch nicht eiskalt ist. Surfschulen haben offen, aber ohne die Sommerwartelisten. Wer nicht surft, läuft zum Cabo de São Vicente und schaut zu, wie die Sonne im Ozean versinkt.
Die Klippen von Lagos
Der Küstenweg bei der Ponta da Piedade führt an bizarren Felsformationen, Grotten und versteckten Buchten vorbei. Im Sommer drängen sich hier die Bootstouren; im November ist es ruhig genug, um die Brandung gegen den Fels schlagen zu hören.
Praktisches für die Nebensaison
- Manches ist zu: Viele Strandbars und Hotels in den Touristenorten schließen. In Städten wie Lagos oder Tavira bleibt aber genug offen.
- Mietwagen lohnt sich: Die Busverbindungen werden dünner, und die schönsten Buchten erreicht man nur auf eigene Faust.
- Abends wird es kühl: Tagsüber T-Shirt, nach Sonnenuntergang Jacke – das Atlantikklima schwankt stark.
Essen mit Blick aufs Meer
Frischer Fisch, gegrillt und mit Olivenöl beträufelt, kostet im November einen Bruchteil der Sommerpreise. In den kleinen Tascas der Fischerorte isst man, was am Morgen gefangen wurde.
Die Algarve im Spätherbst ist keine Strandurlaubsregion mehr, sondern eine Küste zum Wandern, Surfen und Durchatmen. Wer die leeren Klippen und das warme Licht erlebt hat, kommt im Sommer nur ungern zurück.