Andalusien im Januar ist ein Geheimnis, das sich kaum jemand traut. Die Reisebüros bewerben den Süden Spaniens als Sommerziel, dabei zeigt er im Winter sein schönstes Gesicht: milde Tage, kalte Nächte, kaum Touristen und Sehenswürdigkeiten, die man fast für sich hat. Ich habe Granada und Córdoba im Januar besucht und es nicht bereut.
Die Alhambra ohne Gedränge
Im Sommer sind die Tickets für die Alhambra Wochen im Voraus ausverkauft. Im Januar bekommt man sie oft kurzfristig. Und man wandert durch die Nasridenpaläste, ohne sich durch Menschenmengen zu schieben. Die Gärten des Generalife ruhen winterlich, aber die filigranen Stuckwände und die stillen Innenhöfe wirken in der kühlen Luft noch eindrucksvoller.
Granadas Tapas-Tradition
In Granada gibt es zu jedem Getränk gratis eine Tapa dazu – eine Tradition, die anderswo in Spanien längst verschwunden ist. So isst man sich von Bar zu Bar durch den Abend, während es draußen kalt wird.
Córdoba und das Erbe dreier Kulturen
- Die Mezquita: Der Wald aus rot-weißen Bögen in der ehemaligen Moschee-Kathedrale ist im Winterlicht besonders stimmungsvoll und leer.
- Das jüdische Viertel: Die engen, weiß getünchten Gassen der Judería lassen sich ohne Gedränge erkunden.
- Patios im Winter: Die berühmten Blumenhöfe blühen erst im Mai, aber die Architektur dahinter ist ganzjährig sehenswert.
Worauf man sich einstellt
Die Tage sind sonnig und mild, oft um die fünfzehn Grad. Doch sobald die Sonne untergeht, wird es empfindlich kalt, und viele alte Häuser sind schlecht beheizt. Eine warme Jacke gehört ins Gepäck, auch im sonnigen Süden.
Andalusien im Januar verbindet zwei seltene Dinge: großartige Kultur und echte Ruhe. Wer die Alhambra ohne Menschenmassen erleben will, sollte den Winter nicht fürchten, sondern nutzen.