Budapest

Budapest im November: Thermalbäder und leere Gassen

Budapest im November: Thermalbäder und leere Gassen

Im November verliert Budapest seine Touristenpostkarten-Glätte und gewinnt etwas Besseres: Atmosphäre. Der Nebel liegt über der Donau, die Gassen im jüdischen Viertel sind nass und still, und in den Thermalbädern dampft das Wasser in die kalte Luft. Es ist die Zeit, in der die Stadt sich selbst gehört.

Baden, wenn draußen alles grau ist

Das Széchenyi-Bad ist berühmt, und das aus gutem Grund. Im November sitzt man im 38 Grad warmen Außenbecken, während über einem die Dampfschwaden aufsteigen und die neobarocke Fassade im Dunst verschwimmt. Wer es ruhiger mag, geht ins Gellért-Bad oder in das kleine Rudas, dessen türkische Kuppel aus osmanischer Zeit stammt.

Wann man kommt

Am frühen Vormittag unter der Woche sind die Becken am leersten. Am Wochenende, besonders abends, wird vor allem das Széchenyi voll – dann teilt man das warme Wasser mit halb Europas Junggesellenabschieden.

Die Stadt ohne Eile

  • Ruin Bars am Nachmittag: Das Szimpla Kert ist tagsüber fast leer und zeigt seinen morbiden Charme viel besser als nachts im Gedränge.
  • Markthalle für die Pause: In der Großen Markthalle wärmt man sich bei einer Lángos auf und kauft Paprika für daheim.
  • Burgberg zu Fuß: Die Standseilbahn spart man sich; der Aufstieg über die Stufen dauert kaum länger und ist im Nebel stimmungsvoll.

Wärme von innen

Ein Gulyás in einem alten Étterem, dazu ein Glas kräftiger Rotwein aus Villány – das ist die ehrlichste Art, einen kalten Budapester Abend zu beenden. Die Preise sind außerhalb der Touristenmagnete angenehm niedrig.

Budapest im November ist keine Schönwetterstadt, und das ist ihr Vorteil. Der Nebel, das warme Wasser, die leeren Gassen – das ergibt eine Melancholie, die süchtig macht. Drei Tage reichen, um sie zu spüren.