Im Frühsommer erwachen die Dolomiten aus dem Winterschlaf. Der Schnee zieht sich in die höchsten Lagen zurück, die Almwiesen explodieren in einem Meer aus Blumen, und die Berghütten öffnen ihre Türen. Es ist eine Zeit des Übergangs, in der die Wege noch ruhig sind und die Natur in voller Blüte steht.
Die Blütezeit der Almen
Im Juni und frühen Juli verwandeln sich die Hochweiden in bunte Teppiche aus Enzian, Alpenrosen und Orchideen. Die Seiser Alm, die größte Hochalm Europas, ist dann besonders schön – sanfte Hügel unter den schroffen Gipfeln des Schlern, übersät mit Blumen. Wanderwege für jede Kondition durchziehen das Gebiet.
Hütten und Einkehr
Ab Mitte Juni öffnen die meisten Rifugi wieder. Auf einer Almhütte einzukehren, mit Knödeln, Speck und einem Glas Südtiroler Wein, gehört zum Dolomiten-Erlebnis dazu. Die Aussicht von einer Sonnenterrasse auf die umliegenden Felswände ist unbezahlbar.
Praktisches für den Frühsommer
- Schneefelder einplanen: In höheren Lagen können noch Altschneefelder liegen; hohe Touren erst später im Sommer angehen.
- Gewitter am Nachmittag: Im Sommer bilden sich oft nachmittags Gewitter; früh starten und mittags zurück sein.
- Bergbahnen prüfen: Nicht alle Seilbahnen laufen schon im Juni; die Betriebszeiten vorab checken.
Die ruhigere Saison
Der Hochsommer im Juli und August bringt volle Wege und ausgebuchte Hütten. Im Juni dagegen ist es ruhiger, die Unterkünfte sind leichter zu bekommen, und man teilt die Aussicht mit weniger Menschen – ideal für alle, die Natur ohne Gedränge suchen.
Die Dolomiten im Frühsommer verbinden blühende Almen, geöffnete Hütten und ruhige Wege. Wer die Schneefelder respektiert und die Gewitter im Blick behält, erlebt die UNESCO-Bergwelt in einer ihrer schönsten und entspanntesten Phasen.