Dolomiten

Wandern in den Dolomiten im Oktober: Hütten, Wege, Wetter

Wandern in den Dolomiten im Oktober: Hütten, Wege, Wetter

Im Oktober sind die Dolomiten am schönsten und am unberechenbarsten zugleich. Die Lärchen färben die Hänge goldgelb, die Sommerwanderer sind weg, und das Gestein leuchtet in der tiefstehenden Sonne. Aber das Wetter kippt schnell, und viele Hütten haben bereits geschlossen. Wer das weiß, erlebt die ruhigste Bergzeit des Jahres.

Welche Wege noch gehen

Rund um die Tre Cime di Lavaredo bleibt der Rundweg gut begehbar, solange kein Neuschnee liegt. Die klassische Runde dauert etwa vier Stunden und ist auch ohne alpine Erfahrung machbar. Anspruchsvoller wird es am Lagazuoi, wo die Tunnel aus dem Ersten Weltkrieg trittsicheres Gehen verlangen.

Hütten: anrufen, nicht hoffen

Ende September schließen die meisten Rifugi für die Saison. Einzelne haben bis Mitte Oktober offen, aber verlässlich ist das nie. Ein Anruf am Vortag erspart die böse Überraschung, vor verschlossener Tür zu stehen.

Das Wetter ernst nehmen

  • Schichten statt einer dicken Jacke: Morgens Frost, mittags T-Shirt-Wetter, nachmittags Wind – an einem einzigen Tag.
  • Früh starten: Im Oktober wird es gegen 18 Uhr dunkel. Wer mittags losgeht, gerät leicht in die Dämmerung.
  • Grödel einpacken: Auf schattigen Nordseiten kann vereister Boden liegen, auch wenn das Tal grün ist.

Wo man übernachtet

In den Tälern sind die Hotels günstiger als im Hochsommer, und in Orten wie Toblach oder Cortina bekommt man problemlos ein Zimmer. Von dort fährt man morgens zu den Ausgangspunkten – die Busse fahren im Oktober seltener, ein Mietwagen verschafft Unabhängigkeit.

Die Dolomiten im Oktober verlangen mehr Planung als im Sommer, aber sie geben mehr zurück: Stille auf den Wegen, klare Fernsicht und dieses Licht, das man nicht beschreiben, sondern nur sehen kann. Wer flexibel bleibt und das Wetter respektiert, bekommt die Berge fast für sich allein.