Korsika

Korsika für Wanderer: der GR20 in Etappen

Korsika für Wanderer: der GR20 in Etappen

Der GR20, der Fernwanderweg quer durch Korsikas Gebirge, gilt als einer der härtesten Europas. Über rund 180 Kilometer und sechzehn Etappen überquert er die felsige Wirbelsäule der Insel. Wer ihn komplett geht, braucht Erfahrung und Kondition. Aber man muss nicht alles gehen – einzelne Etappen geben einen Vorgeschmack auf diese grandiose Bergwelt.

Was den GR20 so anspruchsvoll macht

Es geht nicht um die Länge allein, sondern um das Gelände: Geröllfelder, Kletterpassagen mit Ketten, ausgesetzte Grate. Der nördliche Teil zwischen Calenzana und Vizzavona gilt als der schwierigere und spektakulärere. Wer hier unterwegs ist, sollte trittsicher und schwindelfrei sein.

Etappenweise statt komplett

Für Einsteiger eignet sich die südliche Hälfte oder einzelne Tagestouren von den Refuges aus. Besonders lohnend ist die Etappe rund um den Lac de Nino, eine Hochebene mit grasenden Pferden und einem See, der sich im Himmel spiegelt – ein Anblick, der die Mühe vergessen lässt.

Praktische Vorbereitung

  • Refuges reservieren: Die Berghütten muss man im Voraus buchen; sie sind einfach, aber die einzige Unterkunft auf dem Weg.
  • Ausrüstung ernst nehmen: Gute Bergschuhe, Regenschutz und genug Wasser sind überlebenswichtig; das Wetter in den Bergen wechselt schnell.
  • Die Saison beachten: Von Juni bis September ist der Weg schneefrei begehbar; davor liegt oft noch Schnee in den Höhen.

Belohnung in Tälern

Nach den kargen Höhen führen einige Etappen durch duftende Macchia und Kastanienwälder. In den Dörfern am Rand des Gebirges schmeckt der korsische Schinken und der Brocciu-Käse nach den Anstrengungen doppelt gut.

Der GR20 ist kein Spaziergang, sondern eine ernsthafte Bergtour. Aber selbst wer nur einzelne Etappen wagt, erlebt eine der wildesten und ursprünglichsten Landschaften des Mittelmeers – ein Korsika, das man von den Stränden aus nie vermuten würde.