Krakau im Advent ist ein Versprechen, das die Stadt hält. Der Weihnachtsmarkt auf dem Rynek Główny, einem der größten mittelalterlichen Plätze Europas, riecht nach Glühwein und gegrilltem Oscypek-Käse. Aber das eigentliche Krakau findet man ein paar Schritte weiter, in den ruhigen Gassen und alten Milchbars.
Der Markt und das, was dahinter liegt
Die Buden auf dem Hauptplatz sind hübsch, aber touristisch. Wer echte Krippen sehen will, kommt Anfang Dezember zum Wettbewerb der Szopki – kunstvoll gebaute, leuchtende Krakauer Krippen, eine Tradition, die zum UNESCO-Erbe gehört. Sie werden am Fuß des Adam-Mickiewicz-Denkmals ausgestellt.
Milchbars: satt für wenig Geld
Die Bar Mleczny ist ein Relikt aus sozialistischer Zeit und heute ein Geschenk für hungrige Reisende. In Lokalen wie der Bar Mleczny Tomasza bekommt man Pierogi, Bigos und Suppe für ein paar Złoty. Das Essen ist einfach, ehrlich und warm – genau das, was man im Dezember braucht.
Wohin, wenn der Markt zu voll wird
- Kazimierz: Das ehemalige jüdische Viertel ist abends still und stimmungsvoll, mit kleinen Cafés und Kerzenlicht.
- Planty: Der grüne Ring um die Altstadt lädt zu einem Spaziergang ohne Trubel ein.
- Wawel im Morgenlicht: Die Burg über der Weichsel ist früh am Tag fast menschenleer.
Wärme und Tradition
Ein Becher Grzaniec, der polnische Glühwein, gehört dazu. Dazu eine Tüte gerösteter Maronen. Die Krakauer feiern den Advent ohne Hektik, und diese Gelassenheit überträgt sich auf den Besucher.
Krakau im Dezember ist kalt, manchmal grau, aber selten ungemütlich. Zwischen Marktgewimmel und stillen Gassen, zwischen Glühwein und Milchbar findet man eine Stadt, die ihre Traditionen lebt, statt sie nur vorzuführen.