Lanzarote

Lanzarote: Vulkanlandschaft und das Erbe von César Manrique

Lanzarote: Vulkanlandschaft und das Erbe von César Manrique

Lanzarote sieht aus wie kein anderer Ort in Europa. Schwarze Lavafelder, rote Erde, weiße Häuser ohne Hochhäuser – und das alles ist kein Zufall, sondern das Werk eines Mannes. Der Künstler César Manrique hat seiner Heimatinsel ein Gesicht gegeben, das bis heute jeden Betonklotz verhindert. Eine Insel als Gesamtkunstwerk.

Der Timanfaya-Nationalpark

Im Westen der Insel erstrecken sich die Feuerberge, eine Landschaft aus erstarrter Lava, die an einen fremden Planeten erinnert. Die letzten Ausbrüche liegen rund dreihundert Jahre zurück, doch wenige Meter unter der Oberfläche herrschen noch immer hunderte Grad. Die Ranger demonstrieren das eindrücklich: Trockenes Reisig entzündet sich von selbst, Wasser schießt als Geysir empor.

Manriques Vision

Manrique kämpfte gegen den Massentourismus und für eine Architektur im Einklang mit der Natur. Sein eigenes Wohnhaus, gebaut in fünf Lavablasen, ist heute ein Museum. Auch die Jameos del Agua, eine zur Konzerthalle umgebaute Lavahöhle, tragen seine Handschrift.

Was die Insel besonders macht

  • Weinbau im Vulkan: In La Geria wachsen Reben in Trichtern aus schwarzer Lava-Asche, geschützt durch kleine Steinmauern. Der Malvasía-Wein ist eine Entdeckung.
  • Keine Bausünden: Hohe Hotels sind verboten, Reklametafeln rar. Das Ergebnis ist eine Ruhe, die andere Kanareninseln verloren haben.
  • Wind statt Hitze: Der Passatwind macht das Klima das ganze Jahr angenehm, aber am Strand kann es frischer sein, als man denkt.

Der Norden ist anders

Rund um den Mirador del Río, einen weiteren Aussichtspunkt von Manrique, blickt man auf die kleine Nachbarinsel La Graciosa. Eine Fähre bringt einen in dreißig Minuten dorthin – Sandstraßen, kaum Autos, ein anderes Tempo.

Lanzarote ist kein klassisches Strandziel, sondern eine Landschaft, die fasziniert. Wer Manriques Spuren folgt, versteht, wie eine ganze Insel bewusst gestaltet werden kann – gegen den Trend und für die Zukunft.