Lappland

Winter in Lappland: Hundeschlitten, Kälte, Geduld

Winter in Lappland: Hundeschlitten, Kälte, Geduld

Lappland im tiefsten Winter ist kein Ort für Eilige. Bei minus dreißig Grad bewegt sich alles langsamer, auch die Erwartungen. Ich war eine Woche im finnischen Norden, habe Hunde durch verschneite Wälder gelenkt und gelernt, dass Kälte eine eigene Form von Stille mit sich bringt.

Der Hundeschlitten ist Arbeit, kein Spaziergang

Wer denkt, man sitze nur im Schlitten und genieße, irrt. Man steht hinten auf den Kufen, bremst mit dem ganzen Körpergewicht und steuert ein Gespann von sechs bis acht Huskys, die unbedingt rennen wollen. Nach zwei Stunden brennen die Oberschenkel. Aber das Geräusch – nur das Hecheln der Hunde und das Knirschen des Schnees – entschädigt für alles.

Die Hunde wollen laufen

Huskys sind keine Kuscheltiere, sondern Arbeitstiere mit enormem Bewegungsdrang. Vor dem Start herrscht ohrenbetäubendes Gebell; sobald es losgeht, herrscht konzentrierte Stille. Diese Verwandlung zu erleben, ist faszinierend.

Wie man die Kälte übersteht

  • Schichten, viele Schichten: Merinowolle direkt auf der Haut, darüber Fleece, darüber winddicht. Baumwolle ist tabu, sie hält Feuchtigkeit.
  • Die Extremitäten zuerst: Dicke Fäustlinge statt Handschuhe, beheizbare Sohlen, eine Mütze, die die Ohren bedeckt.
  • Warm essen und trinken: Über offenem Feuer gibt es heiße Beerensaft und Würstchen – der Körper braucht im Frost deutlich mehr Energie.

Die Belohnung am Abend

Nach einem Tag im Schnee wärmt die finnische Sauna von innen. Der Wechsel von der Hitze in den Schnee und zurück ist eine Erfahrung für sich. Und mit etwas Glück flackert nachts das Polarlicht über der Hütte.

Lappland im Winter verlangt Vorbereitung und Geduld, gibt aber eine Ruhe zurück, die man in Mitteleuropa kaum noch findet. Die Kälte ist nicht der Feind, sondern Teil des Erlebnisses – wenn man sie richtig ausstattet.