Mallorca hat einen schlechten Ruf, den es nicht verdient. Wer nur die Partymeile bei Arenal kennt, hat die Insel nicht gesehen. Der Nordosten, rund um die Halbinsel und die Buchten zwischen Artà und Capdepera, zeigt ein anderes Mallorca: stille Buchten, Bergdörfer, Mandelhaine und ein Tempo, das nichts mit Sangria-Eimern zu tun hat.
Die Buchten des Ostens
Die Cala Mesquida und die Cala Torta liegen geschützt in Dünenlandschaften und sind nur über kleine Straßen erreichbar. Im Frühjahr und Herbst hat man sie oft fast für sich. Das Wasser ist türkis, der Sand fein, und es gibt keine Hotelburgen, nur Pinien und Wind.
Bergdörfer mit Charakter
Im Landesinneren liegen Orte wie Artà mit seiner Wallfahrtskirche auf dem Hügel oder das mittelalterliche Capdepera mit seiner Festung. Hier kauft man auf dem Wochenmarkt Oliven und Käse und sitzt in einem Café, in dem nur Mallorquinisch gesprochen wird.
Was die Region bietet
- Wandern statt Strand: Die Levante-Berge bieten Wege mit Blick aufs Meer, im Frühjahr gesäumt von wilden Blumen.
- Radfahren: Mallorca ist ein Eldorado für Rennradfahrer; im Osten sind die Straßen ruhig und die Steigungen moderat.
- Frische Küche: In den Häfen wie Cala Ratjada isst man Fisch, der morgens gefangen wurde, fernab der Touristenmenüs.
Die beste Reisezeit
Der Hochsommer ist heiß und voll. Mai, Juni, September und Oktober sind ideal: warm genug zum Baden, mild genug zum Wandern, und die Insel atmet ruhiger. Im Frühjahr blüht zudem die Macchia, und die Mandelbäume haben gerade Saison.
Mallorca abseits der Klischees ist eine vielfältige, schöne Mittelmeerinsel. Wer den Nordosten erkundet, statt am Ballermann zu bleiben, entdeckt eine Ruhe und Natürlichkeit, die kaum jemand der Partyinsel zutraut.