Marrakesch kann überwältigen. Der Lärm, die Gerüche, das ständige Angesprochenwerden in den Gassen der Medina – nach ein paar Stunden braucht man eine Pause. Die gute Nachricht: Sie ist näher, als man denkt. Hinter den Mauern und in den Außenvierteln findet man eine Stadt, die zur Ruhe kommt.
Le Jardin Secret: Stille hinter einer Tür
Mitten in der Medina, nur ein paar Schritte vom Trubel entfernt, liegt dieser restaurierte Riad-Garten. Wasser plätschert in den Kanälen, Vögel sind lauter als Menschen. Der Eintritt kostet wenig, und die meisten laufen achtlos vorbei. Genau deshalb ist es so leer.
Le Jardin Majorelle früh oder gar nicht
Der berühmte blaue Garten von Yves Saint Laurent ist tagsüber überlaufen. Wer kurz nach der Öffnung kommt, hat zwanzig Minuten, in denen das Blau noch im Morgenlicht leuchtet und niemand vor der Kamera steht.
Das Viertel der Gerber – mit Vorsicht
Im Norden der Medina arbeiten die Gerber noch wie vor Jahrhunderten. Der Geruch ist heftig, ein Minzezweig hilft. Wichtig: keine selbsternannten Führer mitnehmen, die einen am Eingang ansprechen. Sie verlangen am Ende ein Vielfaches dessen, was vereinbart war.
- Handeln gehört dazu: Der erste Preis ist nie der echte. Freundlich bleiben, lächeln, weggehen können.
- Bargeld in kleinen Scheinen: Auf Wechselgeld wartet man oft vergeblich.
- Freitag ist ruhiger: Am muslimischen Ruhetag schließen viele Läden, die Stadt atmet langsamer.
Ein Dach über dem Trubel
Die Dachterrassen der Cafés rund um den Jemaa el-Fna sind der beste Logenplatz. Von oben wird der chaotische Platz zu einem faszinierenden Schauspiel, und ein Pfefferminztee kostet weniger als eine Postkarte.
Marrakesch belohnt, wer sich nicht treiben lässt, sondern bewusst Pausen sucht. Zwischen zwei stillen Gärten erträgt man den Lärm der Souks viel leichter – und beginnt, ihn sogar zu mögen.