Die Bucht von Kotor, ein tief ins Land reichender Meeresarm, gilt als einer der schönsten Naturhäfen Europas. Steile Berge fallen direkt ins türkise Wasser, mittelalterliche Städtchen säumen das Ufer. Doch im Sommer ankern hier die Kreuzfahrtschiffe, und die Altstadt von Kotor quillt über. Es gibt Wege, dem zu entgehen.
Kotor jenseits der Stoßzeiten
Die mittelalterliche Altstadt von Kotor, eingezwängt zwischen Berg und Wasser, ist ein Labyrinth aus Gassen und Plätzen. Wenn die Tagesausflügler der Kreuzfahrtschiffe am späten Nachmittag wieder an Bord gehen, kehrt Ruhe ein. Der Aufstieg zur Festung über der Stadt – über 1300 Stufen – lohnt sich am frühen Morgen oder gegen Abend, wenn die Hitze nachlässt und das Licht weich wird.
Die stilleren Orte der Bucht
Statt in Kotor zu übernachten, lohnt sich das benachbarte Perast, ein winziger barocker Ort mit zwei vorgelagerten Inselchen. Von hier fährt ein Boot zur Kircheninsel Gospa od Škrpjela, die auf einem künstlich aufgeschütteten Felsen steht. Perast ist abends ruhig und atmosphärisch.
Praktische Hinweise
- Kreuzfahrtkalender prüfen: An Tagen ohne große Schiffe ist Kotor deutlich entspannter; die Anlegezeiten sind online einsehbar.
- Nebensaison wählen: Im Mai, Juni oder September ist es angenehm warm und weit weniger voll als im Hochsommer.
- Berge erkunden: Über die Serpentinenstraße gelangt man zum Lovćen-Nationalpark mit grandiosem Blick über die ganze Bucht.
Mehr als die Küste
Montenegro bietet hinter der Küste eine wilde Bergwelt. Der Durmitor-Nationalpark mit seinen Gipfeln, Schluchten und der tiefen Tara-Schlucht ist nur wenige Stunden entfernt und zeigt eine ganz andere Seite des kleinen Landes.
Die Bucht von Kotor ist zu Recht berühmt, leidet aber unter ihrem Erfolg. Wer die Kreuzfahrtzeiten meidet, in Perast übernachtet und ins Hinterland ausweicht, erlebt Montenegros schönste Region in der Ruhe, die ihrer Schönheit angemessen ist.