Neapel

Neapel im Dezember: Krippen, Pizza und Chaos mit System

Neapel im Dezember: Krippen, Pizza und Chaos mit System

Neapel ist laut, dreckig, überwältigend – und im Dezember unwiderstehlich. Während andere italienische Städte im Winter zur Ruhe kommen, dreht Neapel auf. Die Gasse San Gregorio Armeno verwandelt sich in eine einzige Krippenwerkstatt, und überall riecht es nach Teig, der im Holzofen aufgeht.

Die Straße der Krippen

In der Via San Gregorio Armeno verkaufen Handwerker das ganze Jahr Krippenfiguren, aber im Dezember explodiert die Straße förmlich. Zwischen Heiligen und Hirten finden sich Figuren von Fußballstars und Politikern – die neapolitanische Krippe ist ein Spiegel der Gegenwart. Es ist eng, voll und herrlich.

Pizza, wo sie erfunden wurde

Die echte neapolitanische Pizza ist dünn in der Mitte, luftig am Rand und leicht verkohlt. In Lokalen wie der Pizzeria da Michele oder bei Sorbillo steht man oft an, aber die Wartezeit lohnt. Eine Margherita kostet hier weniger als anderswo ein Kaffee.

Sich in Neapel zurechtfinden

  • Aufmerksam bleiben: Taschendiebstahl kommt vor. Wertsachen nah am Körper, kein Handy locker in der Hand.
  • Die Metro Linie 1 nutzen: Einige Stationen sind sehenswerte Kunstwerke, allen voran Toledo mit ihrem blauen Lichtschacht.
  • Den Verkehr akzeptieren: Rollerfahrer halten sich an keine Regel. Als Fußgänger geht man entschlossen, aber nicht ängstlich über die Straße.

Süßes zum Fest

Zur Weihnachtszeit gibt es Struffoli, kleine frittierte Teigkugeln mit Honig, und Roccocò, harte Mandelkekse. In den Cafés der Spaccanapoli probiert man sie mit einem starken Espresso.

Neapel ist kein Ort für alle. Wer Ordnung und Ruhe sucht, ist hier falsch. Wer aber das pulsierende, ungeschönte Italien sehen will, findet im Dezember die intensivste Version davon – Chaos mit System, das süchtig macht.