Schottland

Schottlands Highlands mit dem Mietwagen: eine ehrliche Bilanz

Schottlands Highlands mit dem Mietwagen: eine ehrliche Bilanz

Eine Woche, ein Mietwagen, kein fester Plan – so wollte ich die Highlands sehen. Was ich bekommen habe, war großartig und anstrengend zugleich. Wer mit der Vorstellung losfährt, gemütlich von Aussicht zu Aussicht zu cruisen, unterschätzt das Land gründlich.

An den Linksverkehr gewöhnt man sich nach einer Stunde. Die eigentliche Herausforderung sind die Single-Track-Roads: einspurige Straßen mit Ausweichbuchten. Hier zählt Höflichkeit mehr als Tempo. Wer die Passing Places richtig nutzt und auch mal zurücksetzt, kommt entspannt durch. Wer das nicht tut, sorgt für Stau und böse Blicke.

Die Entfernungen täuschen

Auf der Karte sieht alles nah aus. In der Realität braucht man für fünfzig Kilometer schnell eineinhalb Stunden – wegen Schafen auf der Fahrbahn, Gegenverkehr und Fotostopps, die man einfach machen muss.

Was die Mühe wert war

  • Glen Coe bei Regen: Das Tal ist im Sonnenschein schön, im Nebel aber atemberaubend. Die Wolken hängen in den Hängen, Wasserfälle stürzen überall herab.
  • Die Straße nach Applecross: Der Bealach na Bà ist eine der spektakulärsten Passstraßen Großbritanniens – nichts für nervöse Fahrer.
  • Leere Strände im Nordwesten: Bei Achmelvich liegt weißer Sand an türkisem Wasser, und oft ist man allein.

Praktische Lehren

Tanken, wenn man kann, nicht wenn man muss – Tankstellen sind im Nordwesten selten. Bargeld für kleine Fähren bereithalten. Und Mücken, die berüchtigten Midges, im Sommer ernst nehmen; ein Mittel mit Wirkstoff gehört ins Gepäck.

Die Highlands mit dem Auto sind kein entspannter Urlaub, sondern ein kleines Abenteuer. Man fährt langsamer, als man denkt, hält öfter, als man plant, und kommt mit dem Gefühl zurück, ein Land gesehen zu haben, das sich nicht hetzen lässt.