Es gibt einen kurzen Moment im Frühling, in dem Sevilla seinen Höhepunkt erreicht: Wenn die Bitterorangenbäume blühen und ihr Duft die ganze Stadt erfüllt. Dieser intensive, süße Geruch von Azahar hängt im März und April über den Plätzen und Gassen. Wer Sevilla einmal zur Orangenblüte erlebt hat, vergisst es nicht.
Die Stadt der Düfte und Farben
Die Kathedrale von Sevilla, die größte gotische der Welt, und ihr Turm La Giralda dominieren das Zentrum. Der Aufstieg über Rampen statt Treppen – einst für Reiter gedacht – führt zu einem weiten Blick über die Dächer. Gleich daneben liegt der Alcázar, ein maurischer Königspalast mit Gärten, in denen die Orangenbäume blühen.
Santa Cruz, das alte jüdische Viertel
Im Barrio Santa Cruz verlaufen sich selbst Ortskundige in den engen, weiß getünchten Gassen. Hinter jeder Ecke ein blühender Innenhof, ein Brunnen, ein Geruch von Orangenblüten. Früh am Morgen oder abends, wenn die Hitze nachlässt, ist es am schönsten.
Praktische Hinweise
- Früh kommen: Die Orangenblüte und das milde Wetter machen März und April zur besten Reisezeit – aber auch zur vollsten. Tickets vorab buchen.
- Die Mittagshitze meiden: Selbst im Frühling wird es mittags warm. Die Siesta hat ihren Sinn; man passt sich dem Rhythmus an.
- Flamenco echt erleben: In kleinen Peñas, nicht in den Touristenshows, spürt man die Leidenschaft dieser Kunstform.
Die Plaza de España
Das halbrunde Prachtgebäude mit seinen Keramikbänken für jede Provinz Spaniens ist ein Höhepunkt jeder Sevilla-Reise. Im Frühlingslicht, gesäumt von blühenden Bäumen, wirkt es besonders eindrucksvoll.
Sevilla zur Orangenblüte ist ein Fest für die Sinne. Der Duft, das warme Licht, die maurische Architektur – all das verbindet sich zu einem Erlebnis, das den frühen Frühling zur perfekten Reisezeit für Andalusiens Hauptstadt macht.