Toskana

Die Toskana im Vorfrühling: Hügel ohne Reisebusse

Die Toskana im Vorfrühling: Hügel ohne Reisebusse

Die Toskana im Sommer ist ein Klischee, das sich selbst im Weg steht: volle Straßen, ausgebuchte Agriturismi, glühende Hitze. Im März dagegen liegt eine sanfte Stille über den Hügeln. Das erste Grün sprießt, die Mandelbäume blühen, und die berühmten Orte gehören wieder einem selbst. Es ist die unterschätzte Jahreszeit.

Siena ohne Gedränge

Die Piazza del Campo, der muschelförmige Hauptplatz von Siena, ist im Sommer voll mit Reisegruppen. Im Vorfrühling setzt man sich auf die warmen Ziegel, lehnt sich zurück und hat Zeit, die Architektur des Palazzo Pubblico wirken zu lassen. Auch der gotische Dom mit seinem gestreiften Marmor lässt sich in Ruhe bestaunen.

Die Landschaft erwacht

Im Val d'Orcia, der Postkarten-Toskana mit ihren Zypressenalleen und Hügelketten, zeigt sich das frische Grün am intensivsten. Die berühmten Fotomotive sind im März nicht von parkenden Reisebussen verstellt. Ein Mietwagen ist hier unverzichtbar, um die kleinen Straßen zu erkunden.

Praktisches für die Nebensaison

  • Unterkünfte sind günstiger: Agriturismi und Hotels verlangen weit weniger als im Hochsommer, und man bekommt oft das schönste Zimmer.
  • Manches öffnet erst später: Einige ländliche Betriebe starten die Saison erst zu Ostern – vorher anrufen schadet nie.
  • Das Wetter ist wechselhaft: Sonnige Tage wechseln mit Regen. Eine wasserdichte Jacke und Schichten gehören ins Gepäck.

Wein und Tisch

In den Trattorien der kleinen Orte isst man Pici, die handgerollte Pasta, mit Wildschweinragout, dazu einen jungen Chianti. Im Frühling sind die Lokale von Einheimischen gefüllt, nicht von Touristen – ein gutes Zeichen für die Qualität.

Die Toskana im Vorfrühling verbindet alles, was die Region berühmt macht, mit der Ruhe, die ihr im Sommer fehlt. Wer das wechselhafte Wetter in Kauf nimmt, erlebt die sanften Hügel von ihrer poetischsten Seite.